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Prinzipien
Seit seiner Gründung im Jahre 1949 fördert das Istituto Svizzero di Roma (ISR) junge KünstlerInnen und WissenschaftlerInnen, indem es ihnen die Möglichkeit des Aufenthalts in Rom anbietet. Sich auf diese lange Tradition stützend, wird nun eine neue Phase eingeläutet, die den jungen KünstlerInnen und WissenschaftlerInnen die Möglichkeit geben wird, sich gemeinsam mit den zeitgenössischen Veränderungen zu beschäftigen.

Studio Roma erhebt den Anspruch, im Rahmen eines  nicht hierarchischen Prozesses der Interaktion zwischen unterschiedlichen künstlerischen und wissenschaftlichen Bereichen und Disziplinen, eine Serie von Bildungs- und Forschungsaktivitäten zu entwickeln.
 
Studio Roma untersucht kritische Positionen hinsichtlich der Prozesse, die unsere Gesellschaften radikal umwandeln und als Ursache von Orientierungsverlust und Werteverfall in der heutigen Welt gelten. Dabei geht Studio Roma vom schweizerischen und italienischen Kontext aus und erweitert dann den Blickwinkel zu einer europäischen und globalen Perspektive.
 
Um ein besseres Verständnis der Gegenwart und der Zukunft zu gewinnen, schafft Studio Roma einen gemeinsamen Raum, wo künstlerische Praxis und wissenschaftliche Forschung gerade durch ihre Unterschiede und vielleicht auch durch ihre Konflikte einen alternativen Standpunkt zu den derzeitigen Krisen und Umwälzungen erarbeiten.

 
Thema 2013/14. Wie der Krise begegnen? Regeln und Praktiken auf dem Prüfstand.
Seit mehreren Jahrzehnten werden unsere Gesellschaften in ihren Grundfesten erschüttert. Als unverrückbar geltende Strukturen sind zusammengestürzt. Werte, die man für unantastbar hielt, haben sich aufgelöst. Die Krise ist überall: Sie betrifft die Wirtschaft, die Politik, den Nationalstaat, die Kultur, die Umwelt usw. Sie stellt die Frage nach den Praktiken und den Regeln.
 
Die Künste und die Wissenschaften sind ebenfalls davon betroffen, insofern als  diese Veränderungen sie dazu zwingen, einen kritischen Blick auf die eigenen Schaffensprozesse  zu richten und gemeinsame Überlegungen anzustellen über so grundlegende Fragen wie die Definition des Menschen oder die Suche nach dem Sinn in einer neu entstehenden Welt.
 
Das Thema steht  jeder Form der künstlerischen Praxis und jeder wissenschaftlichen Disziplin offen: von der Archäologie bis zu den Neurowissenschaften, von der Theologie bis zur Nanotechnologie, von der Philosophie bis zur Astrophysik usw. Studio Roma wird sich vorwiegend auf Fragen methodologischer Art konzentrieren und sich unter anderem folgenden Punkten nähern: die Beziehungen zwischen Regel und Praxis, Text und Normativität, die kreative (De)-Regulierung, Paradigmenwechsel im Blick auf die Krise.

Ausschreibung